Warum gibt es Nachbarschaftshilfezentren in Werdohl?

Aufgrund von Erkrankungen oder eintretender Pflegebedürftigkeit ist für die Betroffenen ein Verbleib in den eigenen vier Wänden oftmals nicht mehr möglich. So kann bereits schon ein geringer Hilfebedarf von betagten Menschen zum Umzug in ein Betreutes Wohnen oder sogar zu einem dauerhaften Heimaufenthalt führen. In der Regel befinden sich diese Einrichtungen aber nicht in der gewohnten Nachbarschaft. Die Menschen verlieren beim Fortziehen ihre sozialen Kontakte, die sie in der Regel über Jahrzehnte aufgebaut haben.

Damit es soweit gar nicht erst kommt, hat die Woge-Werdohl quartiersnah an der Danziger Straße in Werdohl-Ütterlingsen und an der Iserschmittstraße in Werdohl-Pungelscheid jeweils ein Nachbarschaftshilfezentrum erstellt. Zum Ende 2017 wird der Neubau des dritten Zentrums an der Oststraße, im Werdohler Stadtteil Königsburg eröffnet. Damit verfügt die Woge-Werdohl in drei Werdohler Stadtteilen über dezentrale Pflegestützpunkte, die insgesamt untereinander sehr gut miteinander vernetzt sind und kooperieren. In diesen Pflegestützpunkten erfolgt eine pflegerische und hauswirtschaftliche Betreuung bzw. Versorgung der Mieter und dies unabhängig von dem Schweregrad der persönlichen Einschränkungen. Somit ist für die Mieter in diesen Häusern – auch wenn sie die eigenen vier Wände verlassen mussten – ein Verbleib im Quartier und auch der Erhalt der sozialen Kontakte möglich.

Ich fühl' mich wohl in Werdohl!

Unterstützung bei pflegerischen & hauswirtschaftlichen Tätigkeiten

Nachbarschaftshilfezentrum an der Danziger Straße in Ütterlingsen.

1. Nachbarschaftshilfezentrum an der Danziger Straße in Ütterlingsen.
Weitere Informationen finden Sie hier: Grundriss EG Grundriss OG Grundriss DG

In Ütterlingsen ist 2007 der erste Pflegestützpunkt der Woge-Werdohl entstanden, in dem bis zu 12 schwerstpflegebedürftige Menschen leben und betreut werden. Die dortigen Räumlichkeiten sind für Wohngemeinschaften von zwei Personen ausgerichtet. Unter anderem verfügen die Badezimmer über bodengleiche Duschen, erhöhte Toiletten und individuell angepasste Spiegel. Das Erdgeschoss erreichen Rollstuhlfahrer ohne jegliche Hindernisse über eine Rampe, und der Aufgang zu den Obergeschossen ist mit einem Treppenlift ausgestattet.

Nachbarschaftshilfezentrum in der Iserschmittstraße in Pungelscheid

2. Nachbarschaftshilfezentrum in der Iserschmittstraße in Pungelscheid
Weitere Informationen finden Sie hier: Grundriss

Das Konzept in Pungelscheid setzt seit 2010 auf das Angebot ambulanter Einzelbetreuungen für die Bewohner/innen der bestehenden 21 Mietwohnungen, die insgesamt in den 80-ziger Jahren als Altenwohnungen öffentlich gefördert wurden und daher ausnahmslos von betagten und hochbetagten Menschen bewohnt werden. Das Haus verfügt über einen Aufzug, der auch Liegendtransporte zulässt. Es ist beabsichtigt, die Betreuungszeiten mittelfristig weiter auszubauen, bis schließlich von morgens bis abends mindestens eine Präsenzkraft in dem Haus an der Iserschmittstraße vor Ort sein kann.

3. Nachbarschaftshilfezentrum an der Oststraße im Stadtteil Königsburg

3. Nachbarschaftshilfezentrum an der Oststraße im Stadtteil Königsburg
Weitere Informationen finden Sie hier:
Grundriss 1.UG Grundriss 2.UG Grundriss EG Grundriss OG

In dem 2017 neu entstehenden Haus an der Oststraße im Stadtteil Königsburg werden in einer anbieterbetreuten Pflegewohngruppe bis zu 8 Personen rund um die Uhr betreut. Auch weitere 5 Mietwohnungen für eine Person sind bevorrechtigt für Menschen mit weitreichendem Hilfe- und Pflegebedarf vorgesehen. Der Neubau verfügt natürlich neben zahlloser baulicher Annehmlichkeiten über einen modernen Liegendaufzug.

Logo Pflegedienst Liebeskind

Diese drei Wohnkonzepte werden von unserem Kooperationspartner, dem Ambulanten Pflegedienst Liebeskind betreut und bieten damit auch den Bewohnern der umliegenden Häuser Versorgungssicherheit. Ambulante Pflege, kleine Hilfen, Notrufe und vieles mehr können aus den Hilfezentren von nebenan bezogen werden. Nur bei Abruf solcher Leistungen fallen Kosten für die Bewohner in unseren Mietwohnungen an. Zusammen mit den individuell durchgeführten Wohnraumanpassungen können unsere Mieter auch mit einem höheren Grad an Hilfebedürftigkeit in ihren eigenen Wohnungen bleiben.

Die anbieterbetreute Wohngruppe mit 8 Personen verfügt bei der Betreuung über einen Sonderstatus. Sie erhält gemäß dem neuen Wohn- und Teilhabegesetz eine separate 24-Stunden-Anwesenheit des Pflegedienstes. Alle anderen aufgezählten pflegerischen Betreuungseinrichtungen können nachts über eine eigens eingerichtete Rufbereitschaft des Pflegedienstes Liebeskind verfügen, die sich stationär in dem Hilfezentrum Ütterlingsen aufhält. Bei Bedarf kann diese Bereitschaft in bis zu 10 Minuten jedes unser Werdohler Quartiere erreichen und den Menschen in einer pflegerischen Notlage zur Seite stehen. Der Vorteil gegenüber einem klassischen Notrufsystem ist die schnelle Reaktionszeit und die persönliche Bekanntheit der anreisenden Pflegekraft.

Die Pflegestützpunkte wurden in enger Absprache mit dem Ambulanten Pflegedienst Liebeskind auf die Bedürfnisse kranker und pflegebedürftiger Menschen baulich angepasst. Alle Wohnungen in diesen Häusern sind komplett barrierefrei umgebaut worden.

v.l. Elmar Schmidt, Silke Kreikebaum, Bianca Prussak, Birgit König und Ahmet Tasdemir

v.l. Elmar Schmidt, Silke Kreikebaum, Bianca Prussak, Birgit König und Ahmet Tasdemir

Für die Vermietung der Wohnungen in Ütterlingsen ist unser Mietbetreuer, Ahmet Tasdemir, zuständig und in Pungelscheid und in der Königburg kümmert sich unsere Mietbetreuerin, Birgit König, um die konkreten Wohnwünsche.

Unterstützung bei dem Erhalt der sozialen Kontakte

Die Woge-Werdohl fördert in unseren Quartieren durch die Nachbarschaftshilfezentren den sozialen nachbarschaftlichen Zusammenhalt zwischen Menschen. Die Hilfezentren sind schwellenfrei und verfügen über jeweils eine große, komplett eingerichtete Küche und weitere voll möblierte Gemeinschaftsräume. Allen Mietern der Pflegeeinheiten und den Bewohnern der Quartiere stehen diese Räumlichkeiten offen. Laufend wird dort zu Nachbarschaftskaffees, Gottesdiensten, Mieterfesten, Sprachunterricht, Beratungsangeboten und weiteren Veranstaltungen eingeladen. Die multifunktionalen Gemeinschaftsräume werden im Sinne unseres Selbstverständnisses für Zwecke der Verbesserung der wohnungsnahen sozialen Infrastruktur genutzt.

Nachbarschaftskaffee

Nachbarschaftskaffee

Auf tatkräftige Unterstützung unserer Woge-Quartiersmanagerin, Silke Kreikebaum, kann jegliches ehrenamtliche Bürgerengagement bauen. Frau Kreikebaum ist unsere Frau für die Förderung des guten Beisammenseins in unseren Siedlungen. Sie sorgt dafür, dass in Werdohl-Ütterlingsen, Pungelscheid und in der Königsburg was los ist und Kräfte bei den Bewohnern geweckt werden, die vorher noch schlummerten. Einsamkeit und Verdruss war gestern. Die Woge-Werdohl zeigt damit klar Flagge für die Menschen in unseren schönen Quartieren.

Für das Nachbarschaftszentrum in der Königsburg wird zusätzlich bis Spätherbst 2017 ein sehr innovatives Projekt initiiert. Es soll ein vielschichtiges und gut funktionierendes Ehrenamt im gesamten Werdohler Stadtteil Königsburg aufgebaut werden. Ein zu gründender gemeinnütziger Quartiersverein Königsburg hat seine Startphase erfolgreich genommen, entwickelt sich stetig und kann nach Abschluss des Projektes eigenständig und nachhaltig das Nachbarschaftszentrum ehrenamtlich mit Leben füllen. Die gesamte Maßnahme ist als innovatives LEADER Projekt anerkannt worden und wird daher finanziell mit Fördergeldern unterstützt.