Die Weiterentwicklung der Qualitätsoffensive der Woge Werdohl zum Klimaschutzkonzept

Am 12. Dezember 2015 wurde in Paris Geschichte geschrieben: Auf der internationalen Klimakonferenz wurde das Pariser Abkommen beschlossen. Nach vielen Jahren intensiver Verhandlungen haben sich damit sehr viele Staaten dazu verpflichtet, die Weltwirtschaft auf klimafreundliche Weise zu verändern.

Mit der Änderung des Klimaschutzgesetzes zum 31. August 2021 hat die Bundesregierung die Klimaschutzvorgaben verschärft und das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 verankert. Bereits bis 2030 sollen die Emissionen um 65 Prozent gegenüber 1990 sinken. Daraus resultiert unmittelbar die Pflicht von Unternehmen, die Vorgaben der Dekarbonisierung durch das Erarbeiten und Durchführen von geeigneten Klimaschutzkonzepten zu erreichen.

Zusätzlich soll eine neue CO2-Abgabe, die zum Januar 2021 eingeführt wurde, Verbraucher und Industrie zum Energiesparen anregen. Das Ziel: Weg von Kohle und Gas, hin zu Strom aus erneuerbaren Energien. Speziell für den Wohnsektor möchte die neue Bundesregierung zum 01.06.2022 ein Stufenmodell nach Gebäudeenergieklassen einführen, das die Umlage des CO2-Preises nach dem Brennstoffimmissionshandelsgesetz regelt.  Wenn bis zur Mitte des nächsten Jahres keine Einigung dazu erzielt wird, wer die CO2-Abgabe zahlt, soll zunächst eine Aufteilung der Kosten in der Hinsicht erfolgen, dass 50 % der Vermieter und 50 % der Mieter trägt. Damit zeichnet sich ab, dass bei Beständen mit geringen energetischen Sanierungszuständen die CO2-Lasten hauptsächlich vom Vermieter zu zahlen sind, weil der Mieter nicht für energetische Modernisierungen, die der Vermieter unterlässt, in die finanzielle Haftung genommen werden kann. Das bedeutet, dass die Unternehmen, die über einen Großteil an unsanierten Beständen verfügen, die jährlich steigenden CO2-Kosten alleine tragen müssen.

Die Pläne machen dem Geschäftsführer der Woge-Werdohl Ingo Wöste keine Sorgen. Ingo Wöste: „Wir haben in den Jahren 2003 bis 2021 für rund 20 Mio. Euro schon 116 Häuser der insgesamt etwas über 200 eignen Bestandsbauten energetisch modernisiert und weitere 20 Miethäuser sind ab dem Jahr 1990 errichtet worden und verfügen daher schon über einen energetischen Standard. Insgesamt hat damit das Team der Woge schon viel geschafft und das ist eine gute Ausgangslage für die noch anstehenden Herausforderungen für den Klimaschutz.“

Nach den Vorstellungen der Woge-Werdohl soll grundsätzlich die komplette Dekarbonisierung unserer Bestände in zwei 10-Jahresetappen vonstatten gehen.

Die erste Etappe des Klimaschutzkonzeptes umfasst die Jahre 2022 bis 2030, in denen Investitionen in energetische Komplettsanierungen, neue klimaschonende Heizanlagen und in die sogenannte „digitale Hoheit des Gebäudes“ im Vordergrund stehen. Im Wesentlichen sind alle noch nicht energetisch sanierten Gebäude, die im Rahmen der vorliegenden Portfolioanalyse aus Vermietungsgesichtspunkten noch als zukunftsträchtig gelten, nach den Vorgaben für energetische Einzelmaßnahmen der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude umfassend zu modernisieren. Insgesamt betrifft das 54 Häuser. Es ist geplant, die Vorhaben mit KfW-Darlehen sowie unter der Berücksichtigung von Tilgungszuschüssen und Eigenmitteln zu finanzieren. Damit wären 2030, gemäß der vorliegenden Portfolioanalyse, insgesamt 190 Häuser des Gesamtbestandes energetisch ertüchtigt. Bei nur wenigen Immobilien, die besonders über mangelnde topografische Gegebenheiten verfügen, soll auf umfangreiche Komplettsanierungen verzichtet werden.

Aufgrund der Tatsache, dass der aktuelle technische Wissensstand, besonders bei der Produktion von Wärme, zum jetzigen Zeitpunkt keine klimaneutrale Bewirtschaftung der Bestandsgebäude zulässt und dafür in den nächsten Jahren dringend technische Innovationen in diesem Sektor benötigt werden, wird ab dem Jahr 2030 der Schwerpunkt der zweiten Etappe unseres Klimaschutzkonzeptes bei der Umrüstung der Heizsysteme liegen, die dann ohne einen CO2 schädlichen Brennstoff auskommen müssen.

Speziell im Jahr 2022 ist es beabsichtigt, zunächst die Wohnhäuser in der Breslauer Straße 14, 16, 18 u. 20 in Werdohl-Ütterlingsen, zu sanieren. Diese Modernisierungen umfassen neben der Umgestaltung der Dachgeschosswohnungen auch Dach- und Fenstererneuerungen, den Anbau von Balkonen und Wärmedämmverbundsystemen sowie Wohnumfeldverbesserungen. In den Wohnhäusern Pungelscheider Weg 70/72 und Reidemeisterweg 4/6 in Werdohl-Pungelscheid, ist es geplant, noch zusätzlich die veraltete Ölheizung und das vorhandene Einrohrheizsystem gegen eine klimaschonende Heiztechnik und ein Zweirohrheizsystem auszutauschen Diese Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 3.210.000 €. Für die Groß- und laufende Instandhaltung, die die Erneuerung von Bädern, den Austausch von Innentüren, Anstrich- und Fußbodenarbeiten, Grundrissänderungen, Heizungsaustausche und die Modernisierung der Elektroinstallationen beinhaltet, sind als Budget 1.000.000 € vorgesehen.

Zurück