Woge-Werdohl schließt das Geschäftsjahr 2018 mit einem Gewinn von 726.000 € ab.

Ein wichtiger Aspekt zum langfristigen Erhalt unseres wirtschaftlichen Erfolgs ist die Einschätzung, ob sich der ländliche Raum langfristig unaufhaltsam weiter entleeren wird. Historisch sind dabei verschiedene Megatrends zu beachten.

Besiegelung einer neuen Rahmenvereinbarung zwischen Unitymedia und der Wohnungsgesellschaft Werdohl GmbH, Bild: v.l. Heike Littek, Andreas Fuchs und Torben Klüh vom Kompetenzteam Wohnungswirtschaft Unitymedia; 2 v.l. Ingo Wöste, Geschäftsführer Wohnungsgesellschaft Werdohl.

Mit der Industrialisierung begann eine große Wanderungsbewegung vom ländlich geprägten Raum in die Städte. Von diesem Trend hatte Werdohl klar profitiert und dieser war auch ursächlich für die Gründung unserer Gesellschaft mit verantwortlich.

Der danach folgende Wandel zum  Dienstleistungssektor, der von der direkten Interaktion der Menschen lebte, setzte die Urbanisierung der Bevölkerung weiter fort. Allerdings mit der Veränderung, dass nur noch sogenannte Zentren der Wissensgesellschaft zu den Gewinnern der Wanderungsbewegungen gehörten. Werdohl gehörte leider damit nicht mehr zu den Städten, die von diesem Trend profitieren konnten.

Der Wegzug größerer, konzernabhängiger und metallverarbeitender Industrie, ein mehrheitlich zurückbleibender Anteil von geringqualifizierten Arbeitern und deren Familien mit Migrations-hintergrund und die ersten erlebbaren negativen Auswirkungen der demographischen Entwicklung Mitte der 90er führten dazu, dass die Stadt Werdohl innerhalb der letzten 20 Jahre mehr als 4.000 Einwohner verloren hat.

Aktuell bahnt sich einer neuer Trend unaufhaltsam seinen Weg: der Wandel zur digitalen Informationsgesellschaft. Diese entkoppelt die Interaktion vom Zwang zur direkten physischen Präsenz. Daten und Informationen können, eine entsprechende Dateninfrastruktur vorausgesetzt, von überall nach überall geliefert werden. Das Vorhandensein von Bandbreiten und nochmals Bandbreiten, die sich in schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet (Mbits) darstellen, entscheidet auch in der Wohnungswirtschaft immer mehr darüber, ob in Zukunft eine Wohnung noch vermietbar ist und auch bleibt.

Daher schloss die Geschäftsleitung im Sommer 2018  mit dem Kabelnetzbetreiber „Unitymedia“ einen ganz neuen zukunftsweisenden langfristigen Vertrag ab, der unter anderem eine ganz neue Verlegung von rückkopplungskanalfähigen Koaxialkabeln und vier Glasfaserkabeln bis in fast jede unserer Mietwohnungen vorsieht. Durch die Verlegung von Leerrohrclustern in tiefbauweise werden die Häuser in den Quartieren untereinander verbunden. Das führt dazu, dass jede Wohnung von einem Übergabepunkt von weiteren Netzanbietern über Glasfaserleitungen für angebotene Dienste erschlossen werden kann.

Durch das Schaffen dieser digitalen Infrastruktur können unsere Mietparteien jetzt schon mit bis zu 400 MBit und in naher Zukunft mit grenzenlosen Übertragungsgeschwindigkeiten im Internet surfen. Damit entfällt ein wichtiger struktureller Treiber für eine weitere Entleerung des ländlich geprägten Raums. In dem Maße, wie durch die Verknappung von Wohnraum in den sogenannten Schwarmstätten der Preis des Gutes „Wohnen“ steigt, wird das Wohnen im ländlichen Raum wieder attraktiver. Vorausgesetzt die Städte arbeiten auch intensiv an der Verbesserung der Lebensqualitäten. Denn gerade für junge Menschen zählt besonders folgender Aspekt: Passt die Stadt zu meinem Lebensgefühl?

Schon im Jahr 2008 erkannte der Geschäftsführer den Aspekt, dass eine Imageverbesserung der Stadt Werdohl für den Erfolg des eigenen Wohnungsunternehmens existentiell unabdingbar ist. Besonders das seit dem Jahr 2009 durchgeführte Woge-Event „Genuss am Fluss“ verbessert, als werbewirksames Aushängeschild der Wohnungsgesellschaft, das Lebensgefühl und die Identifikation mit der Stadt Werdohl. Zur weiteren Imageverbesserung übernahm Ingo Wöste die Geschäftsführung der Werdohl Marketing GmbH.

Natürlich müssen wir uns auch fortgesetzt auf die bestehenden und kommenden demografischen Veränderungen (Wir werden, älter, weniger und bunter) einstellen. Aktuell und auch für die Zukunft setzt die Gesellschaft daher weiterhin konsequent auf die strategische Umsetzung von klimafreundlichen und demografiefesten Siedlungen. Das Anfang 2018 fertiggestellte öffentlich geförderte dritte Nachbarschaftshilfezentrum im Werdohler Stadtteil Königsburg und die Aufnahme der Tätigkeit eines gemeinnützigen Quartiervereins Königsburg, welcher bei der Gründung von der Gesellschaft finanziell unterstütz wurde, leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Ergänzend liegt weiterhin ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit bei der umfassenden kaufmännischen und technischen Bewirtschaftung des eigenen Wohnungsbestandes. Ergänzende Kennzahlen zum Jahresabschluss 2018 finden Sie hier.

Bilanziell konnte im Geschäftsjahr 2018 ein gutes Jahresergebnis in Höhe von T€ 726 erzielt werden.

Der Jahresprüfbericht enthielt den vollumfänglichen Bestätigungsvermerk für die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung. Dem Geschäftsführer wurde daher in der Gesellschafterversammlung, die am 26.09.2019 stattfand, für das Geschäftsjahr 2018 Entlastung erteilt. Herr Wöste dankte der gesamten Belegschaft für ihren unermüdlichen Einsatz.

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