Geschäftsjahr 2016 – Woge-Werdohl erreicht mit fast 1,1 Mio. Euro Jahresüberschuss ein Rekordergebnis

 

Ein wichtiger Aspekt zum langfristigen Erhalt unseres wirtschaftlichen Erfolgs ist die Einschätzung, ob sich der ländliche Raum langfristig unaufhaltsam weiter entleeren wird. Historisch sind dabei verschiedene Megatrends zu beachten.

Mit der Industrialisierung begann eine große Wanderungsbewegung vom ländlich geprägten Raum in die Städte. Von diesem Trend hatte Werdohl klar profitiert und dieser war auch ursächlich für die Gründung unsere Gesellschaft mit verantwortlich. In den 50er bis 70er Jahren benötigte die Metallindustrie in Werdohl viele Arbeiter und warb diese massiv im Ausland an. Dadurch kam eine beträchtliche Anzahl von Menschen, meist mit türkischem Migrationshintergrund, nach Werdohl. Die Kleinstadt Werdohl mit im Jahr 1993 als Spitzenwert von etwas über 22.000 Einwohnern, hatte eine massive Integrationsleistung zu erbringen, die bei annähernder Vollbeschäftigung einigermaßen gelang.

Der danach folgende Wandel zum Dienstleistungssektor, der von der direkten Interaktion der Menschen lebte, setzte die Urbanisierung der Bevölkerung weiter fort. Allerdings mit der Veränderung, dass nur noch sogenannte Zentren der Wissensgesellschaft zu den Gewinnern der Wanderungsbewegungen gehörten. Werdohl gehörte leider damit nicht mehr zu den Städten, die von diesem Trend profitieren konnten. Mit dem damit verbundenen Wegzug größerer, konzernabhängiger und metallverarbeitender Industrie und dem damit einhergehenden Verlust der Arbeitsplätze, geriet auch die Integration ins Stocken. Gegenüber den benachbarten märkischen Städten, die vermehrt auf heimatverbundene, mittelständische Industrie gesetzt hatten und dem angrenzenden landschaftlich und touristisch geprägten Hochsauerlandkreis, erlitt die Stadt Werdohl gerade wegen des bestehenden hohen Ausländeranteils einen Imageschaden, der noch bis in die heutige Zeit strahlt. Die Menschen stimmten mit den Füßen ab. Bevölkerungsabwanderung war die Folge. Die ersten erlebbaren negativen Auswirkungen der demographischen Entwicklung Mitte der 90er verstärkten die schon bestehenden strukturellen Probleme dramatisch. Innerhalb der letzten 20 Jahre verlor die Stadt Werdohl mehr als 4.000 Einwohner.

Jetzt kommt etwas tendenziell Neues ins Spiel: Der Wandel zur Informationsgesellschaft. Diese entkoppelt die Interaktion vom Zwang zur direkten physischen Präsenz.

Daten und Informationen können, eine entsprechende Dateninfrastruktur vorausgesetzt, von überall nach überall geliefert werden. Damit entfällt ein struktureller Treiber für eine weitere Entleerung des ländlich geprägten Raums. In dem Maße, wie durch die Verknappung von Wohnraum in den sogenannten Schwarmstätten der Preis des Gutes „Wohnen“ steigt, wird das Wohnen im ländlichen Raum wieder attraktiver. Vorausgesetzt die Städte arbeiten auch intensiv an der Verbesserung der Lebensqualitäten. Denn für gerade junge Menschen zählt besonders folgender Aspekt: Passt die Stadt zu meinem Lebensgefühl?

Schon im Jahr 2008 erkannte der Geschäftsführer den Aspekt, dass eine Imageverbesserung der Stadt Werdohl für den Erfolg des eigenen Wohnungsunternehmens existentiell unabdingbar ist. Daher übernahm Ingo Wöste zu dieser Zeit zusätzlich die Geschäftsführung der Werdohl Marketing GmbH. Besonders das seit dem Jahr 2009 durchgeführte Woge-Event „Genuss am Fluss“ verbessert, als werbewirksames Aushängeschild der Gesellschaft, das Lebensgefühl und die Identifikation mit der Stadt Werdohl.

Natürlich müssen wir uns auch fortgesetzt auf die bestehenden und kommenden demografischen Veränderungen (Wir werden, älter, weniger und bunter) einstellen. Aktuell und auch für die Zukunft setzt die Gesellschaft daher weiterhin konsequent auf die strategische Umsetzung von klimafreundlichen und demografiefesten Siedlungen. Das im Neubau befindliche öffentlich geförderte dritte Nachbarschaftshilfezentrum im Werdohler Stadtteil Königsburg, das im Herbst 2017 fertiggestellt wird, leistet dazu einen wichtigen Beitrag.

Ergänzend liegt weiterhin ein Schwerpunkt unserer Tätigkeit bei der umfassenden kaufmännischen und technischen Bewirtschaftung des eigenen Wohnungsbestandes.

Der Wohnungsleerstand lag zum Jahresende 2016 bei niedrigen 1,9 % (Vorjahr 1,8%).

Bilanziell konnte im Geschäftsjahr 2016 ein sehr gutes Jahresergebnis in Höhe von 1.07.063,27 Euro erzielt werden. Ganz besonders hat die handelsrechtlich vorgeschriebene Änderung der Bewertung der Pensionsrückstellungen im Berichtsjahr das Jahresergebnis nach oben bewegt. Die zwingende Umstellung des Betrachtungszeitraumes bei der Ermittlung des Rechnungszinsfußes für die Abzinsung derartiger Rückstellungen von 7 auf 10 Jahre entlastet das Jahresergebnis in Höhe von rund 277.000,00 Euro. Weitere Kennzahlen finden Sie hier!

Für diese gute Leistung wurde dem Geschäftsführer und dem Aufsichtsrat bei der Gesellschafterversammlung, die am 12.07.2017 im Neuenrader Restaurant Kaisergarten stattfand, vollumfänglich Entlastung erteilt.

Zukünftige Entwicklung der Gesellschaft

Im Geschäftsjahr 2017 setzt die Gesellschaft den Bau ihres dritten Nachbarschaftshilfezentrums im Stadtteil Werdohl-Königsburg weiter fort. Für rund 3.3 Mio. Euro entstehen nach dem Abriss von 6 alten Bestandshäusern aus den 40er-Jahren in der Oststraße insgesamt 21 Ein- und Zweiraummiet-wohnungen für betagte Mietparteien, eine betreute Wohngruppe für 8 Personen sowie ein großer Nachbarschaftsraum. Die Maßnahme fördert das Land NRW mit öffentlichen Mitteln. Die Fertigstellung des Neubaus ist für Herbst 2017 geplant. Damit verwirklicht die Gesellschaft in einem weiteren Werdohler Stadtteil das erfolgreiche Zukunftskonzept der klimafreundlichen und demographiefesten Siedlung. 

Schon im Jahr 2017 führt die Gesellschaft in der Meilerstraße 1,3,5,7,9 und 11 im Stadtteil Pungelscheid neben der Realisierung des Neubaus wieder eigenfinanzierte, wirtschaftlich rechenbare umfangreiche energetische Modernisierungen und Wohnumfeldverbesserungen durch. Dieser Weg soll in den nächsten Jahren auch weiter fortgesetzt werden.

Durch die beachtlichen Jahresüberschüsse der letzten fünf Geschäftsjahre stieg der Cash-Flow bis zum Ende 2016 stetig weiter und bei gleich guter Vermietung der eigenen Mietwohnungen wird sich diese positive Tendenz der Jahresergebnisse in der Zukunft auch weiter fortsetzen. Für das Geschäftsjahr 2017 wird ein Jahresüberschuss von rund 900.000,00 Euro erwartet.

Die angesparte Liquidität gibt Spielraum zur weiteren massiven Tilgung von Darlehen in Millionenhöhe. Allein im Jahr 2017 sind für Sondertilgungen der Wohnungsbaufördermittel rund 880.000,00 Euro vorgesehen. Die aktive Entschuldung, besonders der höher verzinsten Hypotheken und Grundschulden, sorgt in den nächsten Jahren trotz starker Neubautätigkeit für eine weiter steigende Eigenkapitalquote. Die 50 %-Quote ist im Jahr 2016 überschritten worden. Folglich wachsen die Jahresüberschüsse weiter an und die verfügbaren Tilgungszahlungen steigern den Cash-Flow nachhaltig.

 

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